Corona und die Vierbeiner

Die Wissenschaft findet täglich neue Fakten oder gegebenenfalls Korrekturen rund um das Virus, das die Welt in Atem hält. Aber wie sieht es eigentlich bei den Vierbeiners aus?

Also zumindest wir können davon berichten, dass es Bailey zwar ganz toll findet, dass dank Kurzarbeit der Morgenspaziergang später stattfindet und dafür in den frühen Stunden mehr gekuschelt wird. Aber ein bisschen genervt ist sie dann doch, wenn keiner das Haus verlässt und Heimarbeit für sie bedeutet, dass sie keine fünf Minuten Ruhe hat, schließlich muss hund auf das Rudel aufpassen.

Aber gehen wir kurz auf zwei Schlagzeilen der letzten Zeit ein:

Die Nachfrage

In Spanien adoptieren mehr Menschen Hunde, um die Ausgangssperre zu umgehen. Auch in Deutschland scheinen sich nun manche nach einem Haustier zu sehnen: Die Nachfrage bei Züchtern und Tierschützern ist seit Beginn der Corona-Krise rasant gestiegen. Doch woher kommt – mal ehrlich – plötzlich dieser Herzenswunsch nach einem treuen Partner? Ist es wirklich wegen der tollen Partnerschaft, die man ein Hundeleben lang aufbauen und genießen möchte – oder sind es die typischen Konsumtrottel, die aus einer Mischung aus Langeweile, viel Zeit zu Hause und Sehnsucht nach Natur plötzlich auf den Hund kommen? Und denen im schlechtesten Fall in „normalen Zeiten“ das Tier wieder lästig wird (ist ja nur ein Hund, also bitte). So ist die steigende Anfrage in Dänemark auch richtig bedenklich, denn gerade das beliebte Nachbarland ist berüchtigt dafür, dass jährlich Tausende Hunde eingeschläfert, obwohl sie gesund sind – aber nicht den Erwartungen ihrer Besitzer entsprechen (ist ja nur ein Hund, also bitte).

In der Corona Zeit haben viele von Verantwortung gesprochen. Wir sollten nicht vergessen, dass mit der Anschaffung eines Haustiers genau diese ebenfalls einher geht und nicht auf die leichte Schulter „aus einer Laune heraus“ genommen werden.

Die Übertragung

Sicher habt Ihr gelesen, dass bei einem Hund in Hongkong das Corona-Virus nachgewiesen wurde. Örtliche Gesundheitsbehörden konnten über ein „schwach positives Ergebnis“ auf Sars-Cov-2 berichten. Sie gaben auch die Empfehlung, Tiere Corona-infizierter Tierbesitzer vorübergehend ebenfalls unter Quarantäne zu stellen. 

Wichtig bei diesem Bericht ist aber, dass die Erreger lediglich auf der Schnauze des Hundes festgestellt wurden. Daher betonen Expoerten, dass keinerlei Grund für eine Hysterie besteht. Vermutlich war der Erreger einfach zufällig auf der Nase des Vierbeiners. Soweit bislang bekannt müssen wir uns also keine Sorgen darüber machen, dass unser Hund an Corona erkranken könnte. 

Es gibt wohl auch keinen Nachweis dafür, dass Hunde an Corona erkranken oder den neuartigen Virus übertragen könnten. Virologen begründen dies damit, dass der Erreger sich in den Zellen der Vierbeiner einnisten müsste und sich anschließend dort vermehren: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Virus die Artengrenze nun erneut überspringt und wieder auf den Menschen übergeht, gilt nach aktuellen Erkenntnissen als gering. 

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