Bailey wird operiert.

Krebs macht keinen Spaß. Und im Moment ist die Freude in unserem Haus eine verlorene Sache, denn unser Ulkbär ist krank und wir dürfen nur zusehen.

Am 6. Januar wurde Bailey operiert. Ausgiebig waren wir in den Tagen zuvor nochmal Gassi, haben allerlei Leckerlies gegeben und Schabernack getrieben und uns leidenschaftlich abgelenkt. Doof war dann aber schon mal, dass Herrchen keine Frühstücksflocken in den Napf schütten wollte, egal wie viel Bailey stupste. Aber noch stolperte unser Vierbeiner frohen Mutes mit uns Richtung Tierarzt, wieso auch nicht, bisher hatte sie noch nichts schlechtes dort erlebt. Das sollte sich ändern.

Wir kamen mit etwas Verspätung an die Reihe und hoben Bailey auf den Tisch, wo ihr zunächst eine Kanüle ins Hinterbein gelegt wurde. Das gefiel ihr recht wenig. Ein paar beschwichtigende Worte halfen dabei weit weniger als die Leckereien, die wir sonst bei jedem Arztbesuch einpacken und verteilen. Streicheln, leise reden, Mut machen. Das war unsere Aufgabe. Eine schwierige Aufgabe, Optimismus zu verbreiten, wenn die Narkose zu wirken beginnt und der Hund einfach leise wird und mit Verwunderung in den Kulleraugen wegdämmert. Wer es nicht erlebt hat, darf froh darüber sein. 

Die Operation selbst dauerte eine gute Stunde, dann wurde uns unser Bär in den Aufwachraum gebracht, wo wir bei ihr sein konnten. Immer wieder zuckte sie heftig beim wach werden. Auch ohne Worte hörten wir sie rufen: „Wo bin ich? Was ist passiert? Warum hat hund Schmerzen?“ Die dick gepolsterte und stabil aufgebaute Brücke des Vertrauens schimmerte zu uns durch und auch wenn sie es nicht verstehen konnte: Wir hoffen, sie weiß, dass wir nur ihr Bestes wollen.

Torkelnd, verwirrt, ängstlich und erschöpft bekamen wir unseren Hund mit und hatten alle eine anstrengende Nacht. Was soll man tun, wenn hilflos der eigene Hund einfach nur zittrig dasteht und nicht weiß, was er machen soll! Doch so wie ein neuer Tag anbricht, so kamen auch zu uns bessere Stunden und schon 24 Stunden später hatten wir unseren Baileybär wieder so bei uns, wie wir sie kennen. Zumindest dachten wir das.

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