Geht das auch mit etwas mehr Respekt?

Vielleicht fällt das nur uns auf, vielleicht ist es ein Symptom einer Erregungsgesellschaft in Endlosschleife, aber: Könnten wir vielleicht alle mal durchschnaufen und uns wieder mit etwas mehr Respekt begegnen? Ein freundliches gegenseitiges Rücksichtnehmen wäre ein toller Anfang.

Gassibedingt sind wir viel unterwegs, nur: Manchmal gleicht eine hübsche Runde eher einem Hindernislauf. Da kommt auf einem Feldweg ein Auto angebraust, wütende Blicke zieren die Windschutzscheibe, weil wir hier spazieren gehen und unverschämterweise die Bremse getreten werden muss. Ein erzürntes Schnaufen erschreckt uns von links, als ein klingelloser Radfahrer von hinten vorbeibraust und ärgerlicherweise den Weg nicht für sich hat. Eine Seniorengruppe übt das großzügige Wegabsperren mithilfe von sich gleichmäßigem Verteilen unter zuhilfenahme von Nordic Walking-Stöcken und schimpft über Hundebesitzer, die womöglich nicht in das Dornengestrüpp am Wegesrand springen, sondern wundersamerweise die letzten zehn Zentimeter am Straßenrand beanspruchen möchten. Und natürlich sind da die Hundehalter, die ihren Wildfang nicht einfangen können und ihm trotzdem alle Freiheiten bieten möchten und akzeptieren, dass „der will ja nur spielen“-Kasper eben wildfremde Menschen anrempelt oder anspringt oder fremde Hunde anbellt. In einer Situation musste ich dazwischengehen und den fremden Hund vorsichtig mit dem Bein wegschieben, bevor es zu einer Beißerei gekommen wäre und wurde tout-de-suite vom Herrchen angefeindet, ich hätte seinen Hund getreten. Wie er das aus etwa 200 Metern Entfernung überhaupt beurteilen konnte, ließ sich nicht ermitteln und tatsächlich konnte die hitzige Situation nur entspannt werden, als der immer noch frei herumirrende Vierbeiner den nächsten Spaziergänger anrüpelte und der Hysteriker von mir lassen musste.  Dier Liste wäre endlos mit selbst erlebten Beispielen fortzusetzen.

Was könnte man sich doch ständig aufregen! Da will man sich doch ärgern. Streit ist allerorten vorprogrammiert. Aber warum ist das eigentlich so? Wann haben wir vergessen, einander mit Respekt zu begegnen? Wann haben wir verlernt, mal durchzuatmen statt loszugiften? Wann fing es an, dass wir Rücksicht einfordern und selbst das Gegenteil leben? Und wer macht den Anfang, das zu ändern?

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