Ich möchte das nicht. Punkt.

„Ach, jetzt seien Sie doch nicht so streng mit ihrem Hund!“ ruft die Hundebesitzerin uns hinterher, während wir bei Bailey energisch den Fuß-Befehl durchsetzen und die Dame einfach stehen lassen. Sie lässt kopfschüttelnd von uns ab und bedauert unseren Vierbeiner zutiefst. Ja, diesen Blick konnte man spüren!

Wir haben an dieser Stelle schon mehrfach erwähnt, dass es sehr freundlich wäre, wenn Herrchen und Frauchen Rücksicht auf die jeweils persönlichen Erziehungsmaßnahmen anderer Hundebesitzer nehmen würden und eben nicht „Ach, nur schnell begrüßen!“ als Begründung uns entgegen plärren, nur weil sie schlecht kaschieren möchten, dass sie ihren Hund leider nicht im Griff haben, während wir im Fuß einfach nur vorbeigehen wollen. Vielleicht weil wir üben. Oder der Hund krank ist. Oder warum auch immer der Hundeführer (ja, das soll es geben!) das gerade möchte.

 

Derzeit ist Bailey heiß und das bedeutet für uns besonders viel Geduld, aber auch eine gewissen Strenge, um im Gaga-Hundehirn soweit durchzudringen, dass sie noch so etwas ähnliches wie folgt. Da ist es nicht hilfreich, wenn ein fröhlich vor sich hin glucksendes Frauchen ihren Hund an der langen Leine loslässt, unsere Madame daraufhin das Kommando selbst auflöst und sofort die Rute zur Seite schiebt, denn „mach hoch die Tür, die Tor macht weit, Bailey ist gerade allzeit bereit“ – aber keine Sorge, „meiner ist ja kastriert!“. Äh, hallo? Geht’s noch? Ich möchte das nicht.

Was soll ich machen, sie in  den drei Wochen zu Hause einsperren oder ihr eine Burka anziehen?

Als Topping beginnen die selbsternannten Expert(inn)en dann meist eine Diskussion. Hunde sind ja soziale Tiere (ach!) und müssen sich beschnuppern (ach?). Und dann haben die sich doch schonmal neulich irgendwann gesehen und kennen sich, also alles kein Problem! Mag so sein, ich möchte das aber nicht. Ich möchte nicht, dass das Exemplar mir Gegenüber an einer dünnen Nylon-Langlaufleine auf Expeditionskurs geht (Verletzungsrisiko? Schon mal soweit dran gedacht?). Ich möchte das nicht, wenn ich Bailey gerade mitten im Kommando habe. Ich möchte das erst recht nicht, wenn sich  Bailey mitten in der Stehhitze befindet. Was soll ich machen, sie in  den drei Wochen zu Hause einsperren oder ihr eine Burka anziehen?

 

Und besonders wenig möchte ich das krönende Gespräch, beginnend mit der Entschuldigung, dass man heute leider kein Leckerlie für den Hund dabei habe. Kann sich jemand den weiteren Gesprächsablauf auf die Antwort :“Bailey soll sowieso nichts von anderen bekommen“ vorstellen? Ich möchte das nicht.  So einfach ist das. Es kann und soll bitte jeder seinen Hund erziehen halten wie er möchte. Ich möchte das aber auch. Im Übrigen hört Bailey recht ordentlich und ist bestens sozialisiert. Vielleicht, weil wir manchmal einfach stur sind, uns abgesprochen haben, meistens konsequent sind  und genau wissen, was und welche bestimmten Sachen wir möchten – oder eben nicht.

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