Der Tag danach

Der Sonntag ist an uns vorbeigerauscht als hätten wir etwas eingenommen: Der Vormittag schleppte sich zunächst noch quälend langsam dahin, bis wir endlich losfahren konnten. Die 45 Minuten Anfahrtszeit zogen sich endlos. Und als wir endlich bei der Züchterin eingetroffen waren, machte es PAFF! und die Zeit schnellte vorüber. Da muss man hinterher die Gedanken erstmal wieder neu sortieren und überlegen, was passiert ist.

Aus zwei noch nicht vergebenen Welpen konnten wir wählen, und bei all den Wonneproppen waren wir froh, dass eine gewisse Vorauswahl getroffen war. Letztendlich entschieden wir uns nach Fellfärbung, hatten wir vorher schon eine helle Farbe favorisiert. Und schon saßen wir mit dem künftigen Familienmitglied auf dem Terrassenboden und hoben abwechselnd die Kleine, die herzhaft gähnend schnell Vertrauen entwickelte und direkt in unseren Armen einschlief. Zwischendurch blinzelte sie uns verschwörerische „ich bin bestimmt total lieb, benehme mich immer und werde niemals irgendwas kaputt oder mich dreckig machen“-Blicke zu und unterstrich die besten Absichten mit ersten Küsschen. Und natürlich schmilzt man(n) dahin, jede Strenge und jeder Vorsatz, auch bestimmt nur mit dem Kopf und nicht mit dem Herzen zu entscheiden, weicht einem debilen, aber ambitionierten Grinsen. Das Elend einer ganzen Welt und mehr kann von einem schüchternen Augen-Blick in Wohlgefallen aufgelöst werden, egal, ob von einem Menschenbaby oder einem Welpen.

Der Sonntag ist an uns vorbeigerauscht als hätten wir etwas eingenommen. Und wir können nur sagen: Mehr davon!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.